08.07.2014

Don Winslow – Vergeltung


(«Vengeance», 2013;
im Original offenbar nicht publiziert)


Aus dem amerikanischen Englisch
von Conny Lösch


2014, Suhrkamp Verlag Berlin, 491 Seiten

*1/2


Der erste Satz
Dave Collins steht mit seiner HK MP7 im Anschlag auf der Treppe.

Das Buch
Terroristen schiessen in New York ein Passagierflugzeug vom Himmel. An Bord waren auch die Frau und das Kind von Dave Collins, der als Federal Security Officer am Kennedy-Airport tätig ist. Die Behörden stellen das Attentat als Unfall dar, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen und das eigene Versagen zu vertuschen. Doch Collins wird Material zugespielt, das auf einen Anschlag hindeutet, und er beginnt zu recherchieren. Schliesslich bringt er die Hinterbliebenen der Opfer dazu, einen Rachefeldzug zu finanzieren. Dafür stellt Collins eine internationale Söldnertruppe zusammen. Die schlägt gnadenlos zu.

Nach Don Winslows mehreren brillanten Romanen ist dieses Werk enttäuschend. Eine «Ein Mann sieht Rot»-Geschichte, die sich über weite Strecken liest wie eine peinliche Mischung aus altbackener Söldnerromantik und Hightech-waffenkatalog. Dass Winslows unbestrittenes Können sowohl im Aufbau der Spannung wie in den Dialogen immer wieder aufblitzt, macht das Buch auch nicht gut.



Der Autor
Don Winslow, *1953 in New York City, gehört in den letzten Jahren zu den interessantesten amerikanischen Autoren. 2010 erschien auf Deutsch sein opus magnum «Tage der Toten» (*****; Suhrkamp; Original: «The Power of the Dog», 2005). Sehr empfehlenswert sind auch seine witzigen Südkalifornien-Surfer-Krimis «Pacific Private» (****; 2009, Suhrkamp; Original: «The Dawn Patrol», 2008) und «Pacific Paradise» (****; 2010, Suhrkamp; Original: «The Gentlemen’s Hour», 2009). Winslow lebt in Kalifornien.


Der letzte Satz
Diesen Traum träumt David Collins jede Nacht.


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